2013-09-09

Der zweite Tag/The second day

Direkt am zweiten Tag musste ich den Einstufungstest für den Sprachkurs machen und gelang in das Level, das ich mir erhofft hatte.
Die ganze erste Woche war eine reine "Orientierungswoche". Die Austauschstudenten wurden allesamt in einen großen Saal gepfercht (es erste eine Stimmung wie bei der Einschulung) und innerhalb von zwei Stunden wurde uns erklärt, wie wir ein Konto eröffnen und wir wurden in allen möglichen Überlebensstrategien unterrichtet: Wie man sich während eines Erdbebens verhält, wie man einen Defibrillator benutzt, wie man einen Feuerlöscher benutzt und letzten Endes an Hand aufmunternden Merkblättern, Ratschläge darüber "wie man sich schnell einlebt" ("Stell nicht alles in Frage", "Vergleiche Japan nicht mit deinem Heimatland" usw.) Alles in allem sehr liebevolle Tipps und sehr liebevoll demonstrierte Übungen (wir versammelten uns auf dem Schulhof..äh..Unihof und zielten mit Feuerlöschern auf ein kleines Plastikschild, während die japanischen Studenten sich drumherum über uns amüsierten. Tja, jeder musste wohl mal die Idiotenübungen machen, nicht wahr?), aber all die Tipps und Übungen waren natürlich lächerlich.
Falls wirklich ein starkes Erdbeben, ein Großbrand oder etwas ähnliches geschehen sollte, konnte man wohl nichts tun außer zu hoffen, dass man heile da heraus kam. Und wenn man Probleme damit hatte, sich in Japan einzuleben, zweifelte ich wirklich, dass es dann helfen würde, "nicht alles in Frage zu stellen". Aber ich verstand natürlich die guten Absichten. 

Ein wenig fühlte es sich wirklich an wie der erste Schultag, es gab sogar ein paar "Einschulungsgeschenke", zum Beispiel einen Schlüsselanhänger mit einer Plastikversion des Universitätsdirektors, überraschenderweise ein deutscher Theologe(!). Hier wurde der große Sinn der Japaner für feine Ironie mal wieder bewiesen: Der Name Michael wird auf Japanisch mangels eines weichen "ch" und eines "l" in etwa "Mikaeru" ausgesprochen. Gleichzeitig könnte man dieses Wort unterteilen in "mi"(三), was "drei" bedeutet und "kaeru" (蛙), was Frosch bedeutet. Versteht ihr? :D



A cellphone strap I use as key chain :3 The man is our director and there are 3 frogs because his name is Michael. (Mi-kaeru -> 3 frogs XDD)
There is still orientation week at my Japanese Univesity~
Today we had to go to several talks, such as 'earthquake-behaviour', 'how to use an defibrillator', 'how to use fire extinguisher', 'how to settle in' etc.
It was fun going there and listening, although the lecture about fire-extinguisher was kinda embarrassing XDD we had to go use a fire extinguisher filled with water and spray it on a little sign with a fire on it. The Japanese students around us had fun watching us lol 'the gaijins doing the baka-practices' lol But well, nothing doing XD
Learning how to use defibrillator and reanimate a person~~








Gegen Mittag hatten wir die Gelegenheit, mit unseren Kommilitonen etwas zu essen und ich entdeckte den Verpflegungsbereich der Universität. In einem Mittelteil der Uni gab es sowohl einen Buchladen und eine Bäckerei, als auch ein kleines Café, einen Kombini und ein italienisches Restaurant. Außerdem verfügte die Uni über mehrere Mensen. 
Am zweiten Tag schon war ich LAWSON und dem japanischen Essen verfallen. Onigiri für 105 Yen, ich war begeistert. Und alles hatte eine kleine und praktische Größe. Würde man mir sagen, ich müsste den Rest meines Lebens von Onigiri und Salat leben - ich wäre vollends einverstanden.
Allerdings hatte ich die Sorten der Onigiri noch nicht wirklich drauf..und erwischte prompt Shiso und Umeboshi-Füllung....
..eigentlich mag ich fast alles Essbare. Aber es gibt vier Lebensmittel, die ich nicht ausstehen kann: Natto, Umeboshi, Shiso und rohen Ika (Sepia/Tintenfisch).

Afterwards we had time to eat something.
In my university are LAWSON, a cafeteria, a coffee shop etc.
I went to LAWSON with some others. Although the Konbini food is unhealthy und expensive, I try to not spend too much money. I think my usual food is salad and onigiri.




Now comes a funny story XD
All the people who are so much better in Japanese than I am, can laugh now lol
I couldn't read the type of the onigiri so I just bought it and I think it was Umbeoshi and Shiso or something..however it tasted too bad but I didn't want to leave it...well, I'm not an umeboshi-type~





An diesem Nachmittag lernte ich auch endlich all meine Wohnheimmitbewohner kennen. Sofia aus Schweden (o.l.), Hye-Bin aus Korea (o.r.), Momu aus Kambodscha (u.r.).
Wir verstanden uns sofort gut und Momu war so lieb, mir ihren Adapter zu leihen. Ich hatte zwar vor meiner Reise Adapter gekauft, aber der Stecker meines PC wollte nicht in die Adapter passen. 


Sofia, Hye-Bin and Momu^^;; Momu is always so nice to lend me her adapter..I bought adapters..all my plugs fit in there but NOT the plug of my computer-.-



Die weiteren üblichen Verdächtigen waren: Itchi aus China, Shiho aus Japan, David aus Schweden und Mako aus Japan.
Ich hatte das Gefühl, wirklich Glück zu haben mit meinen Mitbewohnern. Ingesamt leben 18 Studenten in meinem Wohnheim zusammen. Vier Japaner und sonst Studenten aus der ganzen Welt. Von Anfang an war mehr oder weniger klar, dass Japanisch gesprochen wurde, nur im Notfall sollte Englisch gesprochen werden. Ich war sehr erleichtert, da ich anfangs gefürchtet hatte, unter Ausländern würden wir vor allem Englisch sprechen. Im Laufe des Jahres wurde es etwas mehr Englisch aber dennoch bemühten wir uns alle, Japanisch zu sprechen, so oft es ging.


Später wurde, in der allgemeinen überschwänglichen Einschulungsfreude eine Teezeremonie für die Austauschstudenten veranstaltet. Also quasi das Standard-Japan-Klischee, damit auch dem letzten Austauschstudenten klar wird: Ich bin in Japan und es ist wirklich genau so wie im Fernsehen! 
Ich sagte ja schon, Japaner und ihr feiner Sinn für Humor. 

Later near the International Office there was a Tea Party^^ I wanted to go there but we didn't have much time because of the orientation stuff







Die Nanzan University ist übrigens eine christliche Universität. Eine der wenigen Institutionen mit christlicher Trägerschaft. Eigentlich bin ich Religion und ihren Institutionen, sowie ihrer Lehren relativ skeptisch gegenüber eingestellt aber im Fall der Nanzan ist die christliche Prägung nur Vorteil.
Erstens ist der christliche Einfluss gleich null. Das Motto der Uni lautet "Hominis dignitati" und was kann daran schon falsch sein? 
Der christliche Einfluss erstreckt sich gerade mal von ein paar Kreuzen hier und da bis zu einer hübschen großen Krippe, die zu Weihnachten auf dem Campus aufgestellt wird, sowie einer kleinen Kirche irgendwo in der Nachbarschaft. Später erfuhr ich, dass in diesem Stadtteil Nagoyas eben ein paar mehr Christen wohnten. Alle Religionen außer dem Buddhismus und dem Shintoismus haben in Japan derart wenig zu melden, dass man sich herrlich uneingeschränkt und frei fühlt. Der Buddhismus wird nur im Falle des Todes halbwegs ernsthaft praktiziert und der Shintoismus ist eine "Religion", in der es nur gutherzige und vielleicht mal garstige aber eigentlich ungefährliche Gottheiten gibt und alles irgendwie beseelt ist aber ohne Dogmen, ohne Bibel, Gebote, Verbote, Himmel oder Hölle. Kurz gesagt, religiöse Fanatisten sind in Japan kein Problem (dafür haben sie ihre nervigen Rechten).



This is the famous buiding of Nanzan University. Yes, it's a christian university..but until now it hasn't really affected my university life^^;




Ich ließ es mir auch am zweiten Tag nicht nehmen, abends wieder einmal durch die Nachbarschaft zu streifen. Ich kann eigentlich kaum einen einzigen Tag nur drinnen verbringen. Ich nenne das "Budenkoller". Mindestens einmal am Tag muss ich nach draußen, sonst bekomme ich wirklich schlechte Laune.
Es wurde also ab da fast ein Ritual, dass ich täglich spazieren ging und mir alles ansah. Meistens allein, das muss ich zugeben. Vielleicht bin ich eigenbrödlerisch. Vielleicht brauchte ich auch einfach Zeit allein, um mir immer wieder klar zu werden: Ich bin endlich hier. Immerhin war das ein ziemlich langer Traum gewesen. 
Ich hatte viele Filme und Dokumentationen von Japan gesehen und abgesehen von den Schattenseiten der japanischen Gesellschaft, die ich sehr wohl während des Studiums gelernt hatte, liebte ich einfach die japanischen Gebäude und die sauberen Städte. Ich konnte nicht genug davon bekommen, mir alles anzusehen.



I love being outside..although I'm here since yesterday, I strolled through the areay here all the time :D It's a very very nice district and I feel so good going outside and just noticing every second: I'm finally in Japan! My dream has come true!
I know that Japan is not perfect etc, after all I'm studying Japanese culture since 2 years and had many many lectures about racism and social problems in Japan.
But still, it was my dream for so long and I enjoy it so much, I like the buildings and cities so much.























Ich konnte es kaum erwarten, endlich in die Innenstadt zu kommen. Mein Wohnort war in keinem Fall ländlich, eigentlich sehr zentral, aber in die Innenstadt musste man mit der U-Bahn fahren. Außerdem musste ich mir dringend ein Handy (nein, ich hatte mich bis dahin erfolgreich gegen ein Smartphone gewehrt) und einen Adapter für meinen PC besorgen. Es war ein ziemlich aufregendes Gefühl, plötzlich in einer völlig fremden Umgebung zu sein und erstmal alles neu herausfinden und lernen zu müssen (zum Beispiel, dass in Japan Linksverkehr herrschte :D) 


Next thing I want to know is how to get to the city. The district I'm living in is great, many shops etc. but I need an adapter and cell phone and clothes and I think that's only available near the main station.. the others say it's not far, only 20 minutes or something by subway..but I don't know how to find the next subway station :/

Kommentare:

  1. Your school looks awesome c:
    OMG 7-Eleven has his own hairspray line?!
    Xx

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  2. Oh mein Gott ich bin so neidisch!!! :) du hast den Japan Lifestyle der mir soooooooooo fehlt :) ich freue mich schon auf weitere Bilder und News ;)

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  3. I would love to visit you someday during late February to the middle of March!! :D <3

    PS. I changed my name into Annelie :))

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  4. I love the pictures of the street with houses, shops and cars ^^ So cute!! Reminds me of my time in Japan.

    I've never been to Nagoya, but when I was looking for something when I was in Japan, I always looked on the internet if my friends couldn't help me. I almost always found answers to what I was looking for, so if you're stuck and trying to find your way to the city, look on the internet, I'm sure you will find &&

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